28. September – baden in Bad Marienberg

28. September – baden in Bad Marienberg

28. September – baden in Bad Marienberg

Der Weg nach Bad Marienberg führt durch ein wunderschönes kleines Naturschutzgebiet an dem kleinen Flüsschen mit dem merkwürdigen Namen “Schwarze Nister” entlang. Auf dem E1 wird man in einem kleinen Bogen etwas um die Stadt herum geführt. Doch ich will rein in die Stadt. Nach meinem Erlebnis in den Internetcafés Siegens, hoffe ich hier auf einen Maschine in der städtischen Spielhalle. Schon häufig war eine Spielhalle mein Internetcafé, wo ich dann zwischen Klingeln, Rattern und kaltem Rauch an meinem Terminal sitze. Hier sitzen neben mir die Hardcore-Süchtigen, die von der “Spiele- und Unterhaltungsindustrie” ausgenommen werden. Hin und wieder belauscht man unfreiwillig Telefongespräche. “Nein, Schatz. Ich hab noch zu tun… Nein, ich bin noch unterwegs… Bis später… Ja, ich dich auch.” Das war jetzt noch ein nettes Beispiel.
Ich habe ganz schön etwas nachzuholen und brauche ein paar Stunden zum Schreiben.

Danach gibt’s beim Schlachter Frikadelle mit Nudelsalat. Köstlich. Die Bedienung schnattert mit jedem der reinkommt und lässt auch jeden erstmal 3 Minuten warten während sie im hinteren Teil des Ladengeschäfts etwas erledigt. Sie ist dabei die ganze Zeit unheimlich ausgeglichen und fröhlich, dass ich denke: Mensch! Die hat genau ihren Beruf gefunden. Das könnte mir auch gerne passieren.
Ich zahle (wenig) und gehe zum Marienbad. Eine Dusche ist mehr als notwendig.

Im Marienbad ist leider das Schwimmerbecken für die DLRG gesperrt und deshalb ist der Eintritt reduziert. Ich kann leider nur das Außen-Thermalbecken, das Thermalbecken, die Dusche und die Sauna benutzen. Den ganzen Tag für 4,50 €. “Schwimmen” im engeren Sinne wollte ich ohnehin nicht. Ich mache schon Sport genug. Ich teile mir also das kaum reduzierte Bad mit etwa sechs anderen Gästen und lasse mir alle Muskeln von Unterwasserdüsen durchmassieren.
Gegen 17 Uhr verlasse ich das Bad und drehe eine kurze Runde durch den Bad Marienberger Basaltpark und gebe dann Hackengas um noch ein paar Kilometer zu schaffen. Ich laufe bis um acht und baue im Dunkel mein Zelt auf und nähe dann noch den oberen Teil meines Schlafsack-Inlets zusammen, das dort einfach einen offenen Schlitz hat. Zum besseren Einstieg, nehme ich an. Unsinn.
Wieder einmal fällt mir auf, dass ich nicht nur nicht nähen kann, sondern es auch ganz abscheulich finde.

Ich schlafe mal wieder ziemlich dicht unter den arbeitenden Rotoren eines Windrades, die mich wie Wellen langsam in den Schlaf säuseln.