FernwanderwegRobert Welti

27. Oktober - rauf und runter zum Hohenkrähen

FernwanderwegRobert Welti
27. Oktober - rauf und runter zum Hohenkrähen

27. Oktober - rauf und runter zum Hohenkrähen

Ohje. Mein Frühstück ist schon ein paar Tage alt. Trockene Salami, altes Brot, Fruchtfliegen in der Marmelade. Ich schweige und ertrage.

Zurück auf meinem Weg ist nichts wie gestern. Dichter Nebel verhindert jede Sicht. Ich treffe einen anderen Wanderer. “Der erste Wanderer, den ich heute treffe!”, sagt er sehr laut. Wir bleiben stehen. In der gleichen Lautstärke fragt er mich, wo ich hin möchte und wo ich herkomme. “Was glauben Sie, wann die Sonne heute durchkommt?”, fragt er. Wie gestern, antworte ich, gegen 14 Uhr. “Ist ja aber auch so schön”, schreit er mich an, ”macht alles so schön ruhig.” Ja. Fast alles.

In Engen kaufe ich kurz ein und verdrücke ein “Fleischkäsweckerl”. Und schon geht es rauf auf den ersten Berg. Der Hohenhewen liegt vor mir im Nebel verhüllt und ich muss rauf. Fast am Gipfel kommt mir ein Mann entgegen mit Spiegelreflexkamera in der Hand und erklärt mir, dass der Gipfel nicht nebelfrei sei und geht weiter runter. Das hatte ich auch nicht erwartet, sage ich noch und schon trennt uns der Nebel. Nach dem steilen Abstieg ist im Tal weniger Nebel als zuvor und die vielen Senffelder, die hier kurz vor November in voller Blüte stehen, werden sichtbar.

Der nächste Berg liegt vor mir. Im Nebel. Der Hohenschöffeln. Ich rauf. Ich runter. Nix gesehen. Nun ist es schon 15 Uhr und ich mache Pause im Nebel. Um 15:30 Uhr gebe ich die Hoffnung auf. Es wird keine Sonne mehr durchbrechen. Der nächste Gipfel erwartet mich. Der Mägdeberg. Ich rauf. Und dann runter, aber nicht so weit, denn nun geht es eher oben weiter bis zum nächsten Gipfel, dem Hohenkrähen. Ein Pfadfinderbund hat hier sein Bundeszentrum und über eine Ecke habe ich hierher Kontakt. Ich werde herzlich empfangen, bekomme Tee und einen Schlafplatz am Ofen, den ich mir gerne mit zwei Katzen teile.

Ich habe heute sehr viel Höhenmeter zurück gelegt, die mich sehr verausgabt haben. Trotzdem bin ich froh, dass ich die Berge trotz fehlender Aussicht bestiegen habe. Der Weg bleibt mein Ziel. Jawohl.