26. Oktober - Weitblick in den Hegau

26. Oktober - Weitblick in den Hegau

26. Oktober - Weitblick in den Hegau

Beim Frühstück unterhalte ich mich mit einem älteren Pärchen, die hier nur kurz Urlaub machen, über schöne Orte in Deutschland zum Reisen und Wandern. Die kennen sich aus und ich ja inzwischen auch.
Dazu erzählen sie mir, dass erst dieses Jahr drei Leute in der Wutachschlucht abgestürzt und gestorben sind. Krass.

Draußen ist es sehr nebelig und meine Gastgeberin möchte mich überreden eine “Abkürzung” zu nehmen, da ich am Buchberg ohnehin nichts sehen würde. Sie versteht nicht, dass ich meinen Weg gehen will, egal wie das Wetter ist. “Aber sie sparen 4 Kilometer.”, sagt sie immer wieder.
Ich höre irgendwann weg und lass sie dann in dem Glauben, dass ich ihren Rat annehme, laufe dann aber selbstverständlich über den nebeligen Berg mit 50 Metern Sichtweite.

Der Nebel wird bald weniger, aber der Himmel bleibt grau und es ist recht kalt.

Als ich in den Ort Riedöschingen herunter wandere, parkt und quatscht eine riesige Staren-Kolonie in den Fallobstwiesen und warten darauf, dass ich sie erschrecke. Stare sind doch irgendwie wie Biker, denke ich. Laut, in Gruppen und extrovertiert und dann doch immer auf der Flucht.
Auch fliegen hier einige Krähen in meine Richtung, die sich gerade für den Winter sammeln.

Um etwa halb zwei betrete ich das einzige ansässige Café und trinke Tee. Ein alter Mann und der Wirt reden mit starkem Dialekt. Ich verstehe etwa 20 – 30 %, zahle und gehe raus und stehe unter einem plötzlich wolkenfreien Himmel. Die Sonne strahlt die herbstlichen Bäume an, dass sie leuchten wie Ampeln.

Ich gehe auf einem recht ebenen Höhenweg zwischen Wald und Feld, an einem Modellflughafen vorbei und ein Milan-Pärchen kommt mir erstaunlich nah auf seiner Nahrungssuche, fast zum Greifen nah.

Mein Blick geht nach Süden über den Hegau mit seinen vielen Vulkankegeln, den Hohenhewen, den Hohenstoffeln, den Mägdeberg und – wenn ichs mir nicht einbilde – den Hohenkrähen. Über all diese Berge muss ich morgen rüber.

Bald biege ich ab von meinem Weg. Meine Herberge ist etwas entfernt vom E1. Ich komme morgen früh wieder.