25. Oktober - fortschrittliches Blumberg

25. Oktober - fortschrittliches Blumberg

25. Oktober - fortschrittliches Blumberg

Um acht gibt’s Frühstück, was eigentlich neun gewesen wäre. Heute Nacht war Zeitumstellung, was mir abends noch eine Stunde stiehlt. Ab sofort ist es um 18 Uhr dunkel.

Weiter geht’s durch die Schlucht, die ab hier steiler wird. Nach kurzer Zeit treffe ich endlich mal wieder jemanden mit Isomatte am Rucksack. Ein junger Mann. Er läuft den Schluchtensteig. Blumberg bis Schluchsee.

Der Weg ist wunderschön, geht moderat rauf und runter und führt hier durch Muschelkalk, wie ich einer endlich auftauchenden Infotafel entnehmen kann. Es sind sogar acht Infotafeln. Alle an einem Platz.

Die Sonne scheint und ich laufe in einer Ost-Weste-verlaufenden Schlucht auf der Südseite. Das macht leider Schatten.
Als eine Sitzmöglichkeit in der Sonne auftaucht, mache ich Rast. Nach kurzer Zeit tauchen Holger, Sabine, Paul und Pauline auf und setzen sich dazu. Sie laufen auch den E1. Seit 9 Jahren. Immer im Herbst in Etappen. Mal zu zweit und mal mit Kind(ern). Gestartet sind sie in ihrem Heimatort am Steinhuder Meer. Ich erzähle meine Geschichte, Holger überschlägt kurz und sagt: Dann musst du ja etwa 65 Tage unterwegs sein. Volltreffer. Stimmt genau.
Die Familie macht Mittag, ich latsche weiter. Ich zähle mit: Es kommen mir noch sechs Leute mit Isomatte am Rucksack entgegen, dazu noch eine Mutter mit vier Kindern und Zelt. Was ist bloß heute los? Das sind heute mehr als insgesamt auf dem Rest der Reise.
Außerdem treffe ich eine Menge anderer Wanderer. Das ist aber auch ein Highlight hier.

Nach der Schlucht setze ich mich bei einem Sägewerk auf ein paar Baumstämme in die Sonne und esse etwas. Nach kurzer Zeit kommt die Familie dazu und wir machen wieder gemeinsam Pause. Und laufen dann unsere letzten Kilometer gemeinsam. Vor Achdorf verabschieden wir uns und ich laufe weiter bis Blumberg, was zwar nicht weit ist, aber steil nach oben geht. In der Herberge ärgere ich mich über das schlechte Zimmer und die Entfernung von Badezimmer und Dusche. Ich gehe schnell Döner essen, wo ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Döner von einer Frau zubereitet bekomme. Seltsam aber wahr. Fortschrittliches Blumberg.
Zurück in der Pension merke ich, dass die Heizung des Zimmers nicht funktioniert. Es ist zu kalt und ich beschließe zu gehen, was das Besitzerpaar des Zimmers überhaupt nicht zu wundern scheint. Sie sagen einfach Tschüß. Ja, Tschüß!

Zum Glück finde ich schnell etwas Neues und habe ein ganz in-ordnunges Zimmer.