24. September – heilige Ilse

24. September – heilige Ilse

24. September – heilige Ilse

Wir starten spät nach einem mäßigen Frühstück und gehen erst einmal einkaufen. Auch mussten wir versprechen, unserem Vater eine Postkarte zu schreiben, das wollen wir hier noch erledigen, denn mein Bruder wird mich heute schon nach einigen Kilometern wieder verlassen. Wir suchen die am wenigsten schreckliche Karte aus und schreiben ihm mit Freuden.

Gleich hinter Bad Laasphe geht es rauf den Berg und dann auf einem recht unkonstanten Höhenzug bis ins schöne Ilsetal, dem wir folgen bis Felix nach Banfe abbiegen muss, um dort den Bus zu bekommen. Wir verabschieden uns und hoffen beide dies im nächsten Jahr einmal zu wiederholen. Wir haben uns gut unterhalten.

Ich gehe weiter das Ilsetal hinauf, das immer schöner und uriger wird. Später lerne ich auf einer Tafel, dass seit einigen Jahren hier in Kooperation von Gemeinde und Landbesitzer renaturiert wird.

An der Ilsequelle will ich eine Pause machen und fast schaffen es meine Füße nicht. Doch ich überrede mich selbst und werde belohnt. Die Ilsequelle ist eine ganz besondere Quelle, die mit der heiligen Quelle in Lourdes vergleichbar ist. Schon seit Jahrhunderten schätzt man ihre Heilkraft, in jedem Fall ihre Besonderheit. Erst in den 1980er Jahren fand man heraus, dass diese Quelle tatsächlich anders ist. Das Wasser ist 6fach rechtsdrehend+ (genau wie die Quelle in Lourdes) und nicht wie anderes Wasser 3fach rechtsdrehend+ und 3fach rechtsdrehend-. Es ist also magnetisiert auf natürliche Weise. Ohne wissenschaftliche Erklärungen zu haben, pilgern die Menschen aber seit Jahrhunderten hierher. An der Quelle stehen jede Menge erklärende Tafeln und ein Pärchen, das sich den Vorrat für einen Monat mitnimmt. Für jeden Tag einen Liter. Allerdings hat der Mann zu berichten, dass das Wasser Knochenkrankheiten leider nicht zu heilen vermag. Er trinkt es trotzdem. Schaden kann es nicht. Ein etwas verwirrter Holländer hat sich verlaufen und wurde von den beiden hierher und nun auch wieder weg geführt. ich mache alleine eine ausgedehnte Pause und trinke das besondere Wasser.

Danach geht es weiter bis Lahnhof, wo zwei Gebäude stehen (oder mehr?), die beide ein Hotel sind. Aber ich gehe weiter und finde erst nach Einbruch der Nacht einen mehr schlecht als recht geeigneten Platz für mein Zelt. Sehr viele Insekten schaffen ihren Weg ins Zelt während dem Aufbau. Die Jagd auf die Biester nimmt etwas Zeit in Anspruch, bis ich gemütlich Brot und Schokolade essen kann. Ich bin kurz vor Deuz, einem Ortsteil von Netphen, was wiederum etwa 10 Kilometer vor Siegen liegt. Dort will ich morgen sein und ins Internetcafé.

Die “ph”s in Laasphe und Netphen werden übrigens wie “f” ausgesprochen.