24. Oktober - durch die Wutachschlucht

24. Oktober - durch die Wutachschlucht

24. Oktober - durch die Wutachschlucht

Niemals habe ich in einem Bett geschlafen, das mehr quietschte und knarzte. Bei jeder kleinen Bewegung dröhnte das Zimmer, was die Nacht etwas unentspannt machte.

Für mich etwas unvorbereitet geht es auch heute Morgen erst mal steil nach oben. Raus aus Lenzkirch bei strahlendem Sonnenschein, rauf auf 1100 m üNN.
Nach etwa 3,5 km treffe ich auf den Querweg Freiburg-Bodensee, dem ich bis Konstanz folgen werde. Zunächst bis Kappel, wo ich eine Pause mache: Ein Gasthof serviert mir Tee und Apfelstrudel.

Auf schmalen Wanderwegen, die an Rasenflächen vorbei führen, auf denen Bauern noch schnell etwas Gülle entsorgen, gehe ich zum Beginn des Wutachschlucht-Naturschutzgebietes, das mit der abenteuerlichen Haslach-Schlucht beginnt. Schluchten sind doch immer etwas ganz besonderes.

Wo Haslach und Gutach zusammenfließen, entsteht aus der “guten Ach” die Wutach, die “wütende Ach”, an der ich nun entlang laufe und die hier eine tiefe Schlucht eingeschnitten hat. Es gibt viele schöne Felsformationen, z. B. eine namens “Räuberschlössle”, aber außer einer Infotafel über die Ausmaße des Naturschutzgebietes am Beginn des Naturschutzgebietes gibt es keine einzige Tafel mit Erklärungen zur Entstehung der Schlucht, zu den Felsformationen oder sonstwie zu Geologie, Biologie oder Entdeckungs- und Besiedlungsgeschichte. Enttäuschend.

Meine Herberge in der Mitte der Schlucht ist nach eigenen Angaben eine “echte” Schwarzwaldherberge mit hübschen Mädchen in Tracht mit roten Bommeln am Hut, die lustigerweise kaum verständliches Deutsch mit starkem osteuropäischen Dialekt sprechen. Die Zimmer sind “einfach”, heißt es im Internet. Das heißt hier ohne Gardinen, kalt, hellhörig, ohne WLAN. Dafür sind sie wenigstens teuer. Hier empfehle ich niemanden hin. Die Speisekarte schaue ich mich gar nicht erst an.