21. Oktober - an der Donauquelle vorbei

21. Oktober - an der Donauquelle vorbei

21. Oktober - an der Donauquelle vorbei

Aber morgens kam Nebel auf und mit oder durch ihn ein leichter Windzug, der mein feuchtes Zelt in einen Kühlschrank verwandelte. Von einem Moment zum anderen musste ich umstellen von “warm + offener Schlafsack” auf “kalt + geschlossener Schlafsack” und wurde leider gar nicht mehr warm. Na, dann raus aus den kalten Federn und los. Beim Wandern wird es wieder werden.

Nach wenigen Kilometern treffe ich auf die Donauquelle (eigentlich die Bregquelle, aber der Donauursprung) auf 1078 m üNN. Ein dreckiges Bächlein fließt hier neben einem Gasthof mit freundlichem Wirt, der einen großen aufgerollten Schnurrbart trägt. Dort wärme ich mich, während die kleine Donau vor sich hinplätschert. Mobiltelefonempfang gibt es hier nicht und Internet nur über Satellit. Am Arsch der Welt. An der Donauquelle.

Bereits vor 12 bekomme ich großen Hunger und treffe zufällig direkt auf einen Gasthof und beschließe einzukehren. Ich bin der einzige Gast. Es ist kalt und eingerichtet wie 1956. Es gibt eine Wirtin und eine Köchin und beide sind etwas gruselig. Der Raum ist groß und bietet viel Platz. Musik gibt es nicht. Auch kein WLAN. Ich bekomme ein sehr gutes Schnitzel mit mäßigem Salat und sehr schlechten Pommes. Die beiden dicken Frauen sitzen in dem großen Raum an meinem Nachbartisch und schauen mir schweigend beim Essen zu. Bis wir schließlich doch noch anfangen miteinander zu reden. Die beiden sind sehr nett.

Den ganzen Tag laufe ich auf ungefähr 1100 m, 100 Meter rauf oder runter. Der Weg verläuft viel an großen Straßen entlang und ist dadurch nicht besonders schön. Zwischendrin treffe ich zwei Frauen, mit denen ich kurz rede. Mutter und Tochter, nehme ich an. Sie laufen auch den Westweg entlang, aber nur einige Tage und dabei recht kurze Tagesetappen. Ich überhole rechts und komme am späten Nachmittag kurz vor einem kalten Schauer in meiner Herberge an. Mahlzeiten beginnen dort ab 15 Euro. Ich bin sehr glücklich, dass ich ordentlich Proviant mit mir rumschleppe. Das Zimmer aber ist sehr günstig.