20. September – Avant Ski in Willingen

20. September – Avant Ski in Willingen

20. September – Avant Ski in Willingen

Ich stehe ziemlich zerknautscht auf und habe Mühe beim Packen. Es ist kalt und feucht und windig. Nach etwa vier Kilometern setze ich mich in eine Schutzhütte auf dem Berg und mache eine sehr lange Pause. Ich habe schlecht Laune. Straßenkoller. Ich will ins Bett. Nach Hause. Ich bin geschafft und habe Fußschmerzen. Ich esse. Und nehme doch lieber noch ein Schmerzmittel.
Dann kommt die Sonne raus, von der ich mich eine Weile bescheinen lasse, bis es wieder geht. Ich rufe noch an einem Campingplatz an und buche einen Platz für mein Zelt. Die warme Dusche im Sinn, die ich heute Abend haben werde, gibt mir Antrieb und auf einmal geht es mir wieder ganz normal und gut.

Zunächst komme ich durch Schwalefeld, das damit wirbt der höchstgelegene Ort im Upland zu sein und ich frage mich, warum hier so um Urlauber gebuhlt wird und verstehe es als ich in Willingen ein Café suche.
Willingen ist eine Skistadt mit allem drum und dran. Hier gibt es vor allem Schnitzel zu essen, Apres-Ski-Discos und jede Menge Attraktionen für holländische und rheinische Touristen, die auch jetzt, weit vor der Skisaison, hier ihren Jahresurlaub verbraten mit Hüttengaudi und Wasserrutsche und natürlich Skilift, bergrauf, bergrunter. Es ist skuril. Vor allem als ich von der Bedienung im Cafe auf niederländisch angesprochen werde. Ich habe gelacht. Und die holländische Bedienung hat sich sofort herausgeredet.
Auf dem Weg aus der Stadt heraus, komme ich noch an einigen Hütten vorbei.

Nun geht es immer an der Hoppecke entlang, erstaunlich steil an manchen Stellen, durch einen wunderschön malerischen Wald, bis zu ihrer Quelle und dann immer rauf den Berg. In einer Schutzhütte oben auf dem Berg hatte eine Gruppe von Ski-Urlaubern einen Berg Partyreste hinterlassen. Heilige Scheiße, denke ich, es roch stark nach Alkohol und war dreckig, aber ich brauchte eine Pause. Auf einmal sind viele Wanderer unterwegs. Generell habe ich heute viele Menschen unterwegs getroffen.

Bald komme ich an einem riesigen Diabas-Steinbruch vorbei. Gleich daneben ist das Naturschutzgebiet: Heide. Schon wieder. Und wirklich wieder wunderschön. Aber es ist sehr kalt und windig und es nieselt.

Der Weg nach Niedersberg geht steil nach unten. Hier wartet meine Dusche auf mich. Am Diemelsee, der in der Gemeinde liegt, kann man im Sommer dannn wenigstens Wasserski fahren. Es ist zum Kichern, diese Gegend hier.
Der Campingplatz hat natürlich überhaupt keinen Zelter zur Zeit. Wie die meisten Campingplätze konzentriert auch dieser sich auf das Geschäft mit Dauercampern, die hier ihre Wohnwagen alle mit einem Extra-Häuschen versehen haben. Selbst die Wohnwagen stehen hier so eingebaut das ganze Jahr und werden nicht nach Hause gezogen.

Nach meiner Dusche mache ich mich an die Wäsche und während die in der Maschine und im Trockner gedreht wird esse ich die im campingplatzeigenen “Restaurant” servierte weltbeste Currywurst. “Die Soße mache ich selber”, sagt der Chef stolz. Und stolz kann er sein.