19. Oktober - strahlend blau zum Hasemann

19. Oktober - strahlend blau zum Hasemann

19. Oktober - strahlend blau zum Hasemann

Es weckt mich ein blauer Himmel. Meine Laune geht sofort nach oben. Nach dem Frühstück muss ich kurz steil nach oben laufen und werfe dann zum ersten Mal seit Pforzheim einen Schatten. Einen langen Schatten in der Morgensonne. Nach einiger Zeit mit endlich schönen Ausblicken, treffe ich zwei Wanderer, es könnten Vater und Tochter sein. Sie pilgern auf einem Jacobswegarm, der hier meinen Weg kreuzt. Wir unterhalten uns darüber, dass man kaum Wanderer trifft, die nicht nur einen oder zwei Tage unterwegs sind. Etwa 200 Meter, nachdem wir uns trennen, treffe ich einen Holländer, der vom Titisee nach Forbach wandert. Es sind immer alle auf einem Haufen…
Der Weg ist schwierig, aber die Aussicht ins Kienzig-Tal ist überwältigend. Wohl der schönste Ausblick für mich auf dieser Reise. Ich bleibe sitzen, um das Panorama zu genießen. Ein altes Ehepaar, das nebst wandern, Pilze sammelt, setzt sich zu mir. Ein fast skurriler Ort um sich zu treffen und ein Pläuschchen zu halten. Hoch oben mit blauem Himmel und 360°-Blick. Wir reden übers Wandern und den Schwarzwald und über das schöne Leben. Als wir uns verabschieden beginnt der sehr steile Abstieg nach Hausach. Die Kienzig ist breit und schön.

Als Supermärkte stehen den Hausachern ein Lidl und ein Aldi zur Verfügung, sowie ergänzend ein dm. Ich kaufe ein, denn wieder wird es für mindestens 80 Kilometer keinen Supermarkt an der Strecke geben. In Hausach gehe ich in ein Raucher(!?!)-Restaurant, in dem es nicht das gibt, was vor dem Laden auf Werbetafeln aufgeschrieben ist. Nur bis 14 Uhr, sagt der Wirt. Es ist 15 Uhr und ich kann zwischen vier Sorten Baguette wählen. Als ich die Speisekarte mit diesem Angebot in die Hand bekomme, hatte ich bereits ein Getränk bestellt und mich auf Frikadellen mit Bratkartoffeln gefreut. Das Salamibaguette ist dann aber tatsächlich ganz in Ordnung.

Ich bin spät dran und will noch ein Stückchen weit kommen, aber der Aufstieg hinter Hausach ist steil und steinig. Auf dem Weg trage ich mich noch in ein Gästebuch des Schwarzwaldvereins ein und schaffe es nur noch bis zur Hasemannhütte auf dem Gipfel des Farrenkopfes. Ich esse noch zu Abend, aber die Hände frieren schon sehr. So sehr, dass ich es nicht mehr schaffe zu schreiben.

Ich schlafe auf dem Schlafboden der Hütte. Leider aufgrund der Kälte nicht sehr gut. Im Sommer muss diese Hütte hier ganz hervorragend sein.