16. Oktober - im Frost nach Darmstadt

16. Oktober - im Frost nach Darmstadt

16. Oktober - im Frost nach Darmstadt

Das Frühstück ist gut und meine Gastgeberin sehr zuvorkommend. Ich gehe noch einkaufen und muss bedenken, dass jetzt 80 Kilometer vor mir liegen, auf denen kein Supermarkt kommen wird. Der Westweg verläuft viel durch “reine” Natur. Heute habe ich eine lange Strecke vor mir und viele, viele Höhenmeter. Am Nebel hat sich kaum etwas geändert. Erstmal von Forbach (303 m üNN) auf 1003. Auf etwa 750 m hängt an einer Hütte ein Thermometer. 1°C. Oben müsste es also frieren.
Es geht an der Schwarzenbach-Talsperre vorbei und am Herrenwieser See. Und dann auf der Badener Höhe: dicker Rauhreif auf den Pflanzen. Schockgefrostet durch den Nebel. Bizarre Eisformen haben sich auf den Blättern, Stängeln und Ästen gebildet. Ich lache laut vor Freude: Es ist wunderschön! Hin und wieder begegnet mir dieses Naturschauspiel heute am Weg, besonders ausgeprägt noch einmal auf der Hornisgrinde. Bodenfrost gab es aber auf dem ganzen Weg nicht.

Am Mummelsee gibt es Schwarzwaldtand am Kiosk zu kaufen. Der See selbst hüllt sich in fantastischen Nebel.

Die letzten 5 Kilometer zu meiner Herberge sind langweilig. Das macht die Schmerzen in den Füßen stärker und die letzte Stunde dehnt sich wie ein Kaugummi.

Zum Abendbrot gibt es auf der Darmstädter Hütte Würstchen mit Kartoffelsalat. Die Hüttenwirtin ist sehr nett und die einzigen anderen Übernachtungsgäste sind vier Damen auf “Mädeltour”, die sich gerne mit mir über meine lange Wanderung unterhalten und mir viele Tipps für den weiteren Weg geben. Die sind nämlich aus der Gegend.