15. Oktober - blind nach Forbach

15. Oktober - blind nach Forbach

15. Oktober - blind nach Forbach

Das Frühstück ist mäßig, der Wirt alt und mürrisch. In einem komischen Laden bin ich da gelandet!

Draußen ist Nebel. Sehr dichter Nebel. Teilweise beträgt die Sichtweite nur etwa 30 Meter. Schönste Aussichten verpasse ich heute. Mehrere Aussichtstürme lasse ich links liegen. Ich könnte noch nicht einmal auf den Boden schauen. Manchmal tauchen sie so plötzlich aus dem Nebel auf, dass man aufpassen muss nicht dagegen zu laufen. Mitten im Nebel treffe ich Oli. Oli ist 49, Steuerberater und möchte mehr wandern im Leben. Er fängt gerade damit an. Den Westweg will er in mehreren Etappen laufen. Diesmal Pforzheim bis Forbach, das wir heute Abend erreichen werden.

Oli sagt: Der Nebel ist mir egal, da achtet man mal auf die Dinge im nahen Umkreis.

Recht hat er. Sehr sogar. Ich überhole und laufe alleine weiter durch den Nebel, der die Welt verzaubert, verändert und nicht nur Dinge unsichtbar, sondern auch Dinge sichtbar macht. Spinnenweben zum Beispiel.
Ich mache mittags Rast in Kaltenbronn in einer Gaststube in der drei Männer sich die furchtbarsten Stammtischparolen unerträglich dumm um die Ohren hauen.

Ich esse Mohnkuchen und versuche wegzuhören. Aber weghören geht nicht. Man kann die Ohren nicht schließen.

Als ich gehe, wird hinter mir abgeschlossen. Kommt eh keiner mehr bei dem Wetter, lacht die Kellnerin. Feierabend!

Nach einer Weile treffe ich wieder auf Oli, der mich – an der Gaststätte vorbei – wieder überholt hatte. Den restlichen sehr steilen Weg nach unten laufen wir zusammen, etwa 6 Kilometer. Wir quatschen übers Wandern und kommen bald nach Forbach, wo wir fast direkt nebeneinander Pensionen beziehen.
Forbach ist schön, aber ich habe leider keine Zeit es mir anzuschauen.
Eingebucht bin ich bei einer herzlichen alten Dame mit (selbstverständlich) starkem Dialekt. Ich muss häufig nachfragen, da ich sie schlecht verstehe. Das Zimmer ist gut und günstig.
Ich esse noch einen Döner im Ort und schlafe dann leider sehr schlecht in dieser Nacht, obwohl Bett und Zimmer wunderbar sind.