12. Oktober - ausgelacht aus Pforzheim

12. Oktober - ausgelacht aus Pforzheim

12. Oktober - ausgelacht aus Pforzheim

Am Morgen ist es zum ersten Mal so, dass mir die Hände vor Kälte wehtun nach dem Zeltabbauen. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Aber selbstverständlich passieren solche Dinge auf dem Weg in den Winter.

Ich laufe in einem Rutsch durch bis Bretten und setze mich dort in ein sehr nettes Café am Marktplatz und suche eine Unterkunft für mich in Pforzheim. Pforzheim ist noch weit, aber ich könnte es heute schaffen mit etwas Rückenwind und einer Herberge im Sinn. Aber diese Aufgabe ist gar nicht so einfach. Pforzheim ist teuer, was Betten angeht. Und die außerhalb der Stadt gelegene Jugendherberge will ich nicht ansteuern.

In einer günstigeren Pension unterrichtet man mich, dass es nur Duschen und WC auf dem Flur gibt. Eigentlich ist mir sowas egal. Aber zu dem Preis! Ich sage, dass ich es erst einmal woanders versuchen werde und dass ich mich vielleicht wieder melde. Ich finde und finde nichts. Die nächsten Preise gehen ab 65 Euro los. Das ist mir zu viel. Ich rufe wieder bei der ersten Pension an und das Zimmer ist vergeben. Als ich zu verstehen gebe, dass mich das trifft und dass ich das Zimmer wirklich gerne gehabt hätte, werde ich von der Stimme am anderen Ende des Hörers ausgelacht vor Schadenfreude. Tja, so wäre das nun mal an einem Montag und einen Tipp für einen andere Herberge gibt sie mir auch nicht. Haha. Auf Wiederhören. Das scheint ja eine angenehme Stadt zu sein. Tatsächlich finde ich nach einigem Hin-und-Her doch noch eine ebenso “günstige” Herberge mit Flurtoiletten und -duschen und marschiere los.

26 Kilometer trennen mich noch von Pforzheim und es ist schon fast halb eins. Auf geht’s! Durch den Wald, der “Großer Wald” heißt, durch Stein, wo ich von einem Sonnenstudiomitarbeiter aus seinem Sonnenstudio heraus angebrüllt werde, was ich hier wolle. Hier in Stein mache ich noch einmal in einem Café Pause, wo ich wiederum ausgefragt werde, diesmal aber sehr freundlich, ähnlich wie bei Odenheim und mache mich bald wieder auf den Weg. Wieder durch Wald, Wald, Wald und noch mal 10 Minuten auf einer Bank in Ispringen, das selbst langsam in Pforzheim übergeht.

Ich telefoniere noch mit einem Freund bis ich in der Dämmerung in der Innenstadt ankomme und finde meine Herberge, die sehr zentral liegt und stehe bald unter der Dusche, gehe noch zum Italiener auf eine gute Pizza und liege bald schon im Bett, wo ich noch bis zwei Uhr Fernsehen schaue.