9. September – vom Hund gestellt bei Lemgo

9. September – vom Hund gestellt bei Lemgo

9. September – vom Hund gestellt bei Lemgo

Wieder geht’s Berg rauf, Berg runter, was immer wieder schöne Aussichten beschert. Auf einem Gipfel werde ich aus einiger Entfernung Zeuge folgender Szene:
Offenbar sind auf diesem Gipfel zwei Waldarbeiter verabredet. Der erste steht im Wald mit Hörschutz auf und sägt mit Motorsäge. Der zweite will zu ihm, wird aber vom Schäferhund des ersten, der aus dessen offenen Bus entwischt ist, so sehr in Schach gehalten, dass er unbeweglich wird. Der Hund bellt wie verrückt und fletscht die Zähne bei jeder Bewegung des Zweiten. Der Zweite ruft den Ersten. Der wiederum hört den Zweiten und den Hund nicht wegen des Hörschutzes und der Motorsäge. Toll. Ach, Hunde! Hätte gern gewusst wie lang das wohl noch so weiter gegangen ist. Im Zweifelsfall Stunden.
Ich muss weiter.

Ich komme durch das kleine, hübsche Hillentrup mit großer Kirche und dann über den Windelstein, wo ich in einer Schutzhütte Rast mache, in der nicht nur der “Schnatgang” (ein Grenzgänger-Brauch) gefeiert wird, von dem es offensichtlich schon über 700 Stück gab, sondern in der irgendjemand für den bedürftigen Wanderer Tabak, Blättchen, Filter, Feuer und Bioethanol (!) gebunkert hat.

Danach komme ich nach Lemgo, wo ich leider wenig Zeit habe, denn die Stadt ist wirklich wunderschön und stellt meiner Meinung sogar Celle in den Schatten. Ich brauche etwas Pause und trinke einen Tee im italienischen Eiscafé.
Nicht weit hinter Lemgo finde ich einen mäßig guten Schlafplatz, den ich nur mit Hilfe meiner Taschenlampe ausfindig machen kann. Es gibt Mücken und viel Wild und der Platz befindet sich direkt neben dem Wanderweg. Aber ich muss schlafen. Ich bin völlig erschöpft. Und das werde ich leider eher schlecht.