9. Oktober - weit bis Ziegelhausen

9. Oktober - weit bis Ziegelhausen

9. Oktober - weit bis Ziegelhausen

Aufgestanden, durch die “Juhöhe”, runter nach Birkenau. Dort gehe ich erst einmal in aller Ruhe einkaufen und bekomme danach einen großen Schreck. Mein Fuß tut weh, an einer anderen, neuen Stelle. Und ich kann nicht weiterlaufen. 10 Minuten warte ich. Es geht, aber ich muss humpeln. Was ist jetzt schon wieder? Es kam von einem Moment auf den anderen. Ich bekomme schlechte Laune und schleppe mich die Berge rauf und runter durch den Odenwald. Ab dem späten Nachmittag geht es auf einmal wieder. Fuß gut – Laune gut. Merkwürdig.

Heute passiert nicht viel. Die Landschaft ist außerordentlich schön, ich komme an einer Jugendherberge vorbei und beschließe spontan nach einem Bett zu fragen. Selbstverständlich sind sie ausgebucht und ich beschließe in Ziegelhausen ein Zimmer zu buchen. Bald komme ich zum Teltschik-Aussichtsturm, der trotz seiner 192 Stufen mich zwingt ihn zu besteigen. Die Aussicht ist fantastisch, die Stufen nach unten machen meine Knie fast verrückt. Auf geht’s also zu meinem Bett. Aber der Weg am Ende nach Ziegelhausen zieht sich wahnsinnig und mir brennen Fußsohlen, Knie, Schienbeine, Waden. Zur Ablenkung von den Wanderschmerzen telefoniere ich mit einem Freund, mit dem das Ablenken herrlich funktioniert. Wir quatschen über alles und plötzlich ist es dunkel im Wald und ich bin immer noch nicht da. Ziegelhausen ist tief, tief, tief im Tal und der Wanderweg ist nicht nur steil, sondern auch lang und serpentiniert. Jede Abkürzung wäre um so steiler.

Ich brauche die Taschenlampe, um runter in die Stadt zu kommen und finde dann endlich meine 70er-jahre-mäßige Herberge, die zu teuer ist für das, was sie bietet. Nunja, ich habe WLAN, der Chef ist freundlich, das Bett ist ein Bett, die Dusche auf dem Flur, egal.