8. September – ins fremde Nordrhein-Westphalen

8. September – ins fremde Nordrhein-Westphalen

8. September – ins fremde Nordrhein-Westphalen

Um 9 Uhr breche ich auf und habe direkt die bisher anstrengendsten Meter vor mir. Grade rauf auf den Klüt, einen zu Hameln gehörenden Berg. Oben angekommen steht ein Turm, ein Kiosk mit Kioskverkäufer, der nicht grüßt und ein vorübergehend geschlossenes Hotel mit vorübergehend geschlossener Gastronomie. Hier stand mal eine Festung.
Weiter geht’s nach kurzer Verschnaufpause.

Heute werde ich Niedersachsen verlassen und Nordrhein-Westphalen betreten. “Die beiden Bundesländer orientieren sich eher an sich selbst”, sagt der Klavierstimmer, “warum das so ist, weiß ich nicht, aber es ist so.” Die Hamelner orientieren sich nach Osten und die Leute aus Lemgo orientieren sich nach Westen. Das ist irgendwie so natürlich gewachsen. “Im Osten von Hameln hab ich über hundert Kunden, im Westen nur etwa drei. Ich kann es aber nicht erklären.”

Auf geht’s nach Westen. Ich treffe nur wenige Menschen an diesem Tag, komme noch an einem spektakulären Baumhaushotel vorbei bei Aerzen (teuer!) und habe immer wieder sehr schöne Aussichten über das Land, vor allem auf der hohen Asch. Nach etwa 20 km kommt die Grenze: Kein Willkommens- oder Abschiedsschild, sonder nur ein Straßenschild verkündet unfreundlich “Grenzweg”; und weiter geht’s Richtung Lemgo. Irgendwo in der Nähe vom Dörenberg komme ich zur Ruhe im Wald unter Fichten und telefoniere aus dem Schlafsack noch nach Hause.