8. Oktober - durchs Steinemeer

8. Oktober - durchs Steinemeer

8. Oktober - durchs Steinemeer

Waldarbeiter wecken mich mit riesigen Fahrzeugen und dem ganzen Krempel, den die so mitbringen. Sie transportieren Baumstämme weg. Gut so. Die liegen hier überall in der Gegend herum.

Es ist wieder hügelig geworden. Ich gehe viel über kleine Landstraßen, die die kleinen Orte hier verbinden, durch den Wald, über Felder. Rauf muss man auf den Felsberg und kommt dann zum Steinemeer. Hier liegen abertausend verwitterte riesige Granit(ähnlich)e, die sich in einer Rinne am Berghang gesammelt haben. Einige sind von ihnen bearbeitet, von Römern, von ortsansässigen Menschen des 19. und 20. Jahrhunderts. Es scheint unwahrscheinlich, dass es so etwas überhaupt geben kann. Aber man steht direkt drauf. Hier ist zum Glück heute nicht sehr viel los. Eine vierköpfige Familie aus Sachsen schreit sich gegenseitig beim Aufstieg durch den Wald an. Man hört sie schon kilometerweit. Und als sie dann da sind, schreien sie einfach weiter. Sie unterhalten sich einfach. Aber sehr, sehr aut. Eine Truppe von Wirtschaftsinformatikern macht hier einen Ausflug. Und viele Schulklassen, denen ich aber erst im Tal begegne, bei der Wirtschaft, der Hütte, beim Pommes essen neben der ersten Siegfrieds-Quelle, die ich auf meiner Reise sehe. Nach einem mäßigen Stück Kuchen geht’s kurz durch Reichenbach-Lautertal, kurz an der Nibelungenstraße entlang und dann wieder in den Wald, rauf und runter, rauf und runter über die Siegfriedstraße, immer wieder vorbei an ähnlich großen und verwitterten Steinen wie im Steinemeer. Aber immer sind es nur wenige.

Neben einer kleinen Ansammlung von Steinen, die “Opfersteine” genannt werden, baue ich mein Zelt auf und bin unsichtbar für den Rest der Welt.