7. Oktober - Ober-Ramstadt my love

7. Oktober - Ober-Ramstadt my love

7. Oktober - Ober-Ramstadt my love

Am nächsten Tag geht es durch Wald und Wiesen, am Dianapavillion vorbei, man streift zweimal Darmstadt, kommt am botanischen Garten vorbei, an einem anthroposophischen Erlebnis-Biohof, wo gestresste Filzmütter mit unglücklichen Filzkindern herumlaufen, an einem kleinen Zoo, an der TU und ist dann bald wieder im Wald. Heute mit jeder Menge anderer Wanderer. Ich habe Hunger und komme irgendwann nach Ober-Ramstadt. Ein armes Städtchen ohne Struktur, ohne Schönheit, ohne Zukunft. Alle wissen das. Die Stimmung ist so. Aber wer weiß es schon genau? Im Bistro in der Stadtmitte gibt es leider nichts zu essen, nur Eis und man schickt mich zum “Restaurant”, wo es “alles” gibt, “Pommes und Pizza”. Es handelt sich um eine lieblos eingerichtete “Sportsbar”. Es gibt keine Gäste, nur drei Biertrinker, die mit dem zugezogenen Wirt am Tisch sitzen. Die etwa 17jährige Bedienung kommt einem bei der Bestellung gefährlich nah (ist sie betrunken?). Ich bestelle ein teures Schnitzel und esse es dann auch brav auf. Imbiss-Qualität, Wirtshaus-Preis. Ich gehe möglichst schnell weiter. Es dämmert schon. Ab in den Wald, wo merkwürdige Männer am Waldparkplatz rumstehen und zu warten scheinen, vorbei am Waldxylophon und ab in die Hecke. Es ist schon spät.