4. Oktober - wolkig nach Frankfurt

4. Oktober - wolkig nach Frankfurt

4. Oktober - wolkig nach Frankfurt

Ich stehe früh auf und mache mich um 8 Uhr auf den Weg. Es ist wolkig und fängt doch tatsächlich um halb neun an zu regnen. Ich habe etwa 32 Kilometer bis zum Hostel vor mir. Dort will ich möglichst früh sein, um mich auszuruhen. Auch morgen mache ich den ganzen Tag frei. Zero Day, sagt der Fernwanderer.

Es geht abwärts. In einem großen Bogen führt der Weg ums keltische Heidetränk-Oppidum herum, sodass man davon nichts sieht. Warum? Es ärgert mich ein wenig. Aber man weiß ja nie was man auf welchem Weg verpasst. In Frankfurt-Hohemark komme ich am Taunus-Informationszentrum vorbei, wo sich schon jede Menge Mountainbiker, Nordic Walker und Wanderer sammeln, um den Tag im (heute feuchten und diesigen) Wald zu verbringen. Nun geht es weitestgehend über Felder, keine Chance auf Skyline, die Sicht ist zu diesig, dann in die Stadt hinein, am Fernsehturm vorbei, durch Parks, durch Plattenbauten, durch ein Einkaufszentrum (Ja, der E1 führt in Frankfurt durch ein Einkaufszentrum!), durch die ganzen Wolkenkratzer. Ich mache dreimal kurz Pause und bin um 16 Uhr in meinem Hostel im Bahnhofsviertel.

In meinem Hostel ist alles hip und modern, gut ausgestattet, alle sind freundlich, Waschmaschine und Trockner, WLAN, Küche, Bar, Kino, Popcorn, Frühstück für 4,50€, Traveller aus der ganzen Welt. Metropolit. Aber nett.

Der Pommdöner um die Ecke kostet 5 €.

Ich quatsche mit einem US-Amerikaner, der in Nürnberg wohnt und grade reist, um sein Deutsch und sein Niederländisch aufzupolieren (er redet ausschließlich englisch mit mir) und es leider schafft jedes Thema nach kurzer Zeit in ein Sportthema zu verwandeln. Jedes. Sodass dann auch jedes Thema in einer Sackgasse endet. Dabei ist er echt nett, aber alles ist am Ende irgendwie Fußball. Und es stimmt sogar. Irgendwo kriegt er immer einen logischen und auch sportpolitisch interessanten Bogen zu Olympia oder Fifa. Aber, nee, das ist nicht meine Welt und ich versteh davon einfach zu wenig.

Nach einer Weile gehe ich noch auf ne Pizza, die zwar mäßig gut, dafür aber billig ist und danach ins Bett, chatte noch mit einem Freund und schlafe dann lang.